Arbeit der Zukunft benötigt neue Fähigkeiten

March 29, 2017

 

 

3 min

Welche Fähigkeiten braucht der Wissensarbeiter von morgen? Diese Frage genießt zurzeit einige Aufmerksamkeit. Und das mit gutem Grund: Es zeichnet sich langsam aber sicher ab, dass Digitalisierung und Automatisierung nicht wie bisher auf einfache Tätigkeiten beschränkt bleibt, sondern verstärkt komplexe Wissensarbeit erreicht. Welche Fähigkeiten muss man also entwickeln, will man nicht eines Tages durch eine mehr oder weniger intelligente Maschine ersetzt werden?

 

Diese und weitere Fragen standen im Mittelpunkt der Diskussion eines Seminars des Arbeitslabors mit ca. 50 Mitarbeitern eines überregionalen Bildungsträgers. Dabei waren die Teilnehmer auch und besonders an den wesentlichen Trends der Arbeit der Zukunft interessiert.

 

Erste Erkenntnisse zu den Fähigkeiten der Zukunft konnten im Zuge einer Studie des Instituts für Arbeitsdesign und Zukunftstechnologien e.V. erarbeitet werden. Etwa 27% der untersuchten Quellen nennen dort explizit bestimmte Fähigkeiten, die im Zusammenhang mit der Arbeit der Zukunft eine wichtige Rolle spielen sollen. Die Auswertung ergab eine ganze Reihe von unterschiedlichen Fähigkeiten, die in sechs Gruppen aufgeteilt wurden. Es sind dies Fähigkeiten im Umgang mit ...

  • ... anderen Menschen (Teamfähigkeit, Beziehungsfähigkeit, Globale Kulturfähigkeit)

  • ... Aufgaben- und Problemstellungen (Problemlösungsfähigkeit, Kritisches Denken, Kreativität, Intuitive Intelligenz

  • ... dem Selbst (Selbstwirksamkeit, Selbstschutz, Selbstvermarktung)

  • ... Neuem (Innovationsfähigkeit, Flexibilität, Lernfähigkeit)

  •  ... Informations- und Kommunikationstechnik (IT und Medienkompetenz, Information Fluency)

  • ... Sachwissen (Fachkompetenz, Allgemeinwissen)  

In der Studie wurden Beziehungsfähigkeit, Kreativität und Problemlösungsfähigkeit am öftesten genannt. Sachwissen dagegen spielte nur eine untergeordnete Rolle.

 

Die Schwerpunkte, die sich aus den ersten Untersuchungen ergaben, sind keine Überraschung. Prominente Autoren wie z.B. Erik Brynjolfsson und Andrew McAfee sprechen in ähnlicher Weise von einem relevanten Dreiklang bestehend aus „ ... creativity, interpersonal skills, and problem solving.“ Was schon mehr überrascht ist, dass soziale Fähigkeiten eine solch große Relevanz erhalten. Wobei man natürlich nicht den Fehler begehen sollte, von der Anzahl der Nennungen auf die (absolute) Relevanz in Zukunft zu schließen. Es geht wohl mehr darum, welche Fähigkeiten im Gegensatz zu heute noch stärker entwickelt werden müssen.

 

Die Teilnehmer des Seminars - allesamt erfahren in der Wiedereingliederung von "Burnout-Patienten" - betonten noch einen weiteren Aspekt, der aus ihrer Sicht nicht unterschätzt werden darf: die Fähigkeit im Umgang mit sich selbst. Dabei ist nicht nur die Fähigkeit gemeint, sich selbst zu steuern und zu motivieren. Mindestens genauso wichtig ist in Zeiten der dauernden Verfügbarkeit die Fähigkeit sich selbst vor Überforderung zu schützen.

 

Wie sich zeigt, ist es nicht möglich, ein allgemeingültiges „Fähigkeiten-Portfolio“ oder gar eine Theorie der Fähigkeiten zu entwerfen, die auf jede Person oder jedes Unternehmen angewendet werden kann. Die oben genannten Schwerpunkte können helfen, sich um ein möglichst ausgeglichenes Fähigkeiten-Portfolio zu bemühen. Welche Fähigkeiten jedoch genau für einen Job oder eine spezifische Unternehmung die entscheidende Rolle spielen, muss immer individuell untersucht werden.

 

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